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Zeitreise in die Zeit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus: Die 6d begegnet dem jüdischen Jungen Tommy Haas über ein Kinderbuch

Anlässlich des “Holocaust”-Gedenktages (27. 01.) begab sich die Klasse 6d – wie alljährlich alle Klassen 6 des Stein-Gymnasiums - kurz vor den Osterferien auf eine Zeitreise der besonderen Art. Einen ganzen Schultag lang setzten sich die 29 Schülerinnen und Schüler in Begleitung der Geschichtslehrer Julia Kochinke und Arndt Neemann mit dem Leben des kleinen “Tommy” Thomas Haas Fritta auseinander, der als Kleinkind seine Eltern in das jüdische Ghetto Theresienstadt begleiten musste.

 Zeitreise in die Zeit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus 1     Zeitreise in die Zeit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus 2 

 

 

 

 

 

Tommys Vater, Bedrich Fritta, ein bekann- ter Karikaturist und Zeichner, hatte für seinen Sohn in dieser schwierigen Zeit in Theresienstadt ein Kinderbuch gezeichnet, in dem er Tommy die bunte und vielfältige Welt in Freiheit außerhalb des Ghettos vor Augen führt.

Über die Begegnung mit den Zeichnungen aus diesem Bilderbuch „Für Tommy“ und Ausschnitten aus einem Roman näherten sich die Sechstklässler auch der Zeit der Jugend ihrer Urgroßeltern, der Zeit des Nationalsozialismus und 2. Weltkrieges, in der die Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich Ermordung von jüdischen Mitbürgern und Andersdenkenden zum Alltag gehörte. Anhand der mitgebrachten Geburtsdaten und den Kriegs- und Fluchterinnerungen einzelner Urgroßeltern der Schüler wurde eindrucksvoll deutlich, dass ausnahmslos alle Familien der Schülerinnen und Schüler von dieser Zeit auf unterschiedliche Art und Weise betroffen waren. Aus der Perspektive des kleinen Tommy überlegten die Sechstklässler, welche Dinge sie in ihr Köfferchen gepackt hätten, wie er wohl den Alltag im Ghetto erlebt hatte und schließlich auch, welche Botschaft ihm sein Vater mit diesem Kinderbuch mitgeben wollte. In einem Brief an Tommy hielten die Schüler am Ende ihre Gedanken und Wünsche fest.

Abschließend erfuhren die Sechstklässler, dass der kleine Tommy zu Kriegsende aus dem Ghetto befreit werden konnte, von guten Freunden seiner in Theresienstadt und Auschwitz verstorbenen Eltern adoptiert worden war und schließlich eine eigene Familie in Mannheim gegründet hatte. Erst vor 4 Jahren, am 6. März 2015, ist Thomas Haas Fritta mit 74 Jahren gestorben. Das Kinderbuch, das ihm sein Vater Bedrich Fritta zu seinem 18. Geburtstag schenken wollte, hatte sein Freund und Tommys Adoptivvater Leo Haas nach dem Krieg aus einem Versteck im Ghetto holen und Tommy überreichen können. Es ist immer ein wichtiges Bindeglied zu seiner Familie und seinen jüdischen Wurzeln geblieben.

Julia Kochinke                        

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